Anti-WLAN-Tapete schützt vor Funkwellen

Silber-beschichtete Tapete gegen WLAN-Funkwellen

Quelle: www.grenoble-inp.fr

Forscher vom französischen Polytechnik-Institut am Grenoble INP haben eine Tapete entwickelt, die undurchlässig ist für Funkwellen. Damit kann man sich wahlweise vor Elektrosmog schützen oder das eigene WLAN in der Wohnung nach außen hin abschirmen. Weitere Einsatzmöglichkeiten bieten sich im Bereich der Medizin und der Sicherheit.

Eine negative Begleiterscheinung der drahtlosen Kommunikation über Mobilfunk, WLAN und andere Technologien ist die Durchdringung des alltäglichen Lebensraums mit Funkwellen, dem sogenannten Elektrosmog. Elektrosensitive Menschen klagen schon seit langem über gesundheitliche Störungen durch die allgegenwärtigen Wellen. Diese haben mit der neuen Anti-WLAN-Tapete jetzt erstmals die Möglichkeit, sich eine funkfreie Zone in den eigenen vier Wänden schaffen. Weitere Einsatzszenarien sind Labore und Krankenhäuser, in denen man sensible Mess- und Therapiegeräte vor Interferenzen durch Mobilfunk schützen will.

Als Grundlage für die Anti-WLAN-Tapete dient normales Papier, auf das ein fortlaufendes, geometrisches Muster gedruckt wird, das an Schneeflocken erinnert. Zum Drucken verwendet das Team um Entwickler Pierre Lemaitre-Auger eine elektrisch leitfähige Tinte mit Silberpartikeln. Diese wird im Siebdruckverfahren aufgebracht. Alle Herstellungsschritte sind seit langem in der Industrie etabliert, so dass die Produktionskosten für die Anti-WLAN-Tapete nur geringfügig über denen von normalen Tapeten liegen dürften. Ab dem Jahr 2013 wird der finnische Papierhersteller Ahlstrom die Anti-WLAN-Tapete auf den Markt bringen. Zu deutlich niedrigeren Preisen, als Tapeten die mit Kupferdrähten gegen Funkwellen schützen.

Nach dem Verkleben problemlos eine zweite Tapete übertapeziert werden, sodass man bei der Gestaltung der Wohnung weiterhin die freie Auswahl hat. Das fertige Metapapier blockiert dann die WiFi-Signale sowohl im 2,4-GHz- als auch im 5-GHz-Bereich in beide Richtungen. Die Signalstärke wird im Schnitt um 25 dB verringert. Für die meisten Anwendungsfälle schirmt die Tapete also ausreichende ab. Außer Wänden, Fußboden und Decke müssen allerdings auch die Fenster mit diesem Material ausgekleidet werden. Um dieses Problem zu lösen, versuchen die Franzosen zurzeit, eine dünnere und vor allem durchsichtige Version zu entwickeln.

Die erste Variante des Tapeten-Papiers blockiert WLAN-Funkwellen, jedoch nicht Notruf- oder Mobilfunkfrequenzen. Telefonieren oder Surfen per Handy bleibt also weiterhin möglich. Die Forscher haben daneben eine zweite Version der Tapete entwickelt, die auch die GSM-, UMTS- und LTE-Frequenzen des mobilen Sprachverkehrs abblockt.

Quellen:
www.grenoble-inp.fr
www.ahlstrom.com

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