BioPass – Ein europäisches Forschungsprojekt

Es liest sich zunächst wie eine Randnotiz: Das Forschungsprojekt BioPass ist mit der Übergabe des Abschlussberichts an das BMBF Ende Juli 2011 abgeschlossen worden. Der Name BioPass ist vermutlich abgeleitet aus biometrischer Pass bzw. Ausweis.
Was ist BioPass überhaupt und warum pumpt die Europäische Union 6,5 Millionen Euro in ein Joint-Venture zur Erhöhung der Chipkartensicherheit?

Die Teilnehmerliste des Projekts BioPass liest sich jedenfalls wie das Who-is-Who europäischer Firmen die in Sachen Chipproduktion sowie Sicherheit aktiv sind. Der Chipkartenhersteller und Geldscheindrucker Giesecke & Devrient sowie die beiden Chiphersteller Infineon und Philips NXP waren drei von insgesamt elf Unternehmen aus sechs EU-Staaten, die von Februar 2008 bis Juli 2011 im Rahmen des BioPass-Projekts an der Entwicklung von hochsicheren Chipkartentechnologien forschten. Ende Juli übergaben sie den Abschlussbericht an das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

BioPass bezeichnet sich selbst als das größte Chipkarten-Forschungsprojekt der Europäischen Union. Die Forschungsergebnisse sollen die technischen Weichen für elektronische Ausweisdokumente in der EU stellen. Denn in den nächsten Jahren wollen gleich mehrere europäische Staaten – Bulgarien, Frankreich, Rumänien, Polen, Ungarn, Griechenland, die Schweiz und Tschechien – elektronische Personalausweise einführen. Da ist es nur logisch für elektronische Ausweisdokumente, die zukünftige EU-weit gültig sein werden, internationale Standards festzulegen. Nicht zu vernachlässigen ist der Aspekt, dass sich die „üblichen Verdächtigen“ mit Ihrem Wissensvorsprung gleich als Lieferanten der elektronischen Ausweise in Stellung bringen.

Nach eigenen Angaben sollen die im Projekt BioPass entwickelten Technologien dabei helfen, zeit- und kostenaufwändige Papierkorrespondenz zwischen Bürger und Staat durch elektronische Kommunikation zu ersetzen und damit die Verwaltungsausgaben von Staaten und der EU zu senken. Außerdem soll die Sicherheit für zukünftige Ausweise und Reisepässe weiter erhöht werden. Und gleichzeitig die Datenübertragung zwischen Ausweisdokument und Lesegerät beschleunigt sowie die Nutzung von elektronischen Diensten für den Bürger vereinfacht werden. Die ungefähr 500 Millionen Einwohner der EU-Mitgliedsstaaten können also gespannt warten, welche Neuerungen die Forschungsergebnisse für den Schutz Ihrer persönlichen Daten liefern wird.

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